Sie müssen nicht!- Sie können.

 

2016

Der Prozeß

von Franz Kafka

Kulturverein Coop05 in Koproduktion mit dem Theater im Bauturm/Köln

Premiere 13.2.2016
Eingeladen zu den Hamburger Privattheatertagen 2016

Eingeladen zu den Heidelberger Theatertagen 2016

 

Prozess/Ensemble Prozess/Ensemble Prozess/Ensemble

 

Prokurist Josef K. ist sich keiner Schuld bewusst, als er verhaftet wird. Vergeblich versucht er herauszufinden, weshalb er angeklagt wurde. Trotz seiner Festnahme darf er sich frei bewegen und seiner Arbeit nachgehen. Das Gericht ist nicht wirklich greifbar. Je mehr er es zu verstehen versucht, desto mehr verwickelt er sich in einem Gestrüpp undurchschaubarer Gesetze. Immer tiefer dringt er in die Welt des Gerichts ein und beschäftigt sich fast ausschließlich nur noch mit seinem Fall. Doch sein Handeln, seine Rebellion gegen das (Gerichts-)System bleibt folgenlos. Kafkas Romanfragment veranschaulicht das ausweglose Sein des Einzelnen im Labyrinth einer anonymen Welt, die sich jedem Sinn entzieht. Dabei bietet Kafkas Roman eine Bandbreite unterschiedlicher Auslegungen von ‚Macht und Schuld‘ und eine Analyse des Gesamtzustandes unserer Gesellschaft, die sich problemlos auf unsere heutige Zeit übertragen lassen. Denn ähnlich wie Josef K. leben wir über eigene Widersprüche hinweg, als gäbe es sie nicht. Die Überwachung weicht einer Selbstüberwachung, die Kontrolle geht über in Selbstkontrolle, die Ausbeutung funktioniert als Selbstausbeutung.

 

Prozess/Ensemble

 

Inszenierung: Gerhard Roiß
Textfassung: Gerhard Roiß und Kerstin Ortmeier
Bühnenbildkonzeption: Gerhard Roiß und Cordula Körber
Bühne/Kostüme: Cordula Körber
Komposition und Live-Musik: Laurenz Gemmer
Regieassistenz: Carsten Karbach
Videoassistenz und Grafik: Priska Kubelka
Mit: Taly Journo, Doris Plenert, Patrick Joseph, David N. Koch, Sascha Tschorn

Prozess/Ensemble Prozess/Ensemble Prozess/Ensemble
      

       Pressestimmen

Regisseur Gerhard Roiß und Dramaturgin Kerstin Ortmeier haben den Stoff in genialer Weise als Schauspiel umgesetzt...eine perfekt einstudierte, beklemmende Choreografie und eine ungewöhnliche Umsetzung auf der eigentlich sehr kleinen Bühne...Das Stück ist eine große, perfekt gelöste Herausforderung für das Team. Sie packen die Zuschauer mit überzeugender Schauspielkunst... die "Musik" schafft eine Intensivierung der Handlung bis zur Schmerzgrenze... Großer und langer Applaus.
Michael Cramer  theater pur

Eine Bühnenfassung, die eine neue, erfrischende Sicht auf den komplizierten Stoff erlaubt, ohne den philosophischen Subtext zu verraten... die Bühnen- und Kostümbildnerin Cordula Körber schuf ein geniales Bühnenbild... Durch Laurenz Gemmers elektronischen Klangteppich wird daraus fast ein Multimedia-Spektakel... so bekommt die Inszenierung gegen Schluss jenseits des komödiantischen Tons noch eine existentielle Dimension.
Barbara Schuchardt   Kölnische Rundschau

...allein die Choreografie der Türen war schon ein Schauspiel für sich.... die Schauspieler waren echt gut- großartige Ensembleleistung... die Live-musik von Laurenz Gemmer war perfekt auf das Stück abgestimmt.. Kafkafans sollten sich das Stück auf keinen Fall entgehen lassen!  ...ein facettenreicher Abend, komisch und tragisch zugleich!
Radio Köln

...Dichte und virtouse Inszenierung... grandios gelungen ist das dynamisch variable Bühnenbild von Cordula Körber...Die Bedrohung des Individuums, die von einem nichtgreifbaren Außen auf einen selbstkontrollierenden und selbtzerstörerischen Mechanismus wechselt, ist unmittelbar zu spüren.
Robert Schlappal  stadtrevue

Regisseur Gerhard Roiß und Dramaturgin Kerstin Ortmeier konzentrieren sich in ihrer klugen Verknappung von „Der Prozess“ auf den Kern von Kafkas Parabel, auf den doppelten Skandal von Willkür und Willfährigkeit... Sascha Tschorn mit eindrucksvoller Präsenz wirkt als K. anfangs noch angriffslustig und gewillt, sich über die Situation lustig zu machen, bis er sich unmerklich in den Prozess fügt, zermürbt in einem Wechselbad von Bedrohung und Verführung…. Starker Premierenapplaus für einen Theaterabend, der mit viel Dynamik Kafka auf die Bühne bringt.
Norbert Raffelsiefen   Kölner Stadtanzeiger











 

Prozess/Ensemble Prozess/Ensemble Prozess/Ensemble


 Wir sind Zigeuner, vergiß das nicht!

 

 

2013/14

Deportation Cast

von Björn Bicker

 

Koproduktion Coop05 mit dem Theater im Bauturm/Köln

 

Premiere 11.4.2013

 

Ensemble Ensemble Ensemble

  


Noch vor ein paar Wochen ging Elvira auf eine Schule in Deutschland und war frisch verliebt. Jetzt wohnt sie auf einer Müllkippe im Kosovo und starrt auf ihr Handy, mit dem sie nicht mehr telefonieren kann. Elviras Familie wurde nach vielen Jahren plötzlich aus Deutschland ausgewiesen. Zurück im Kosovo, sind sie als Roma noch immer von Armut und Diskriminierung bedroht. Elviras Eltern streiten, ihr großer Bruder ist ständig unterwegs, der kleine weicht ihr nicht von der Seite: Egzon. Seit er mit vier Jahren in einer brennenden Siedlung zurückgelassen wurde, spricht er nicht mehr. Niemand weiß, was er gesehen oder erlebt hat. Elvira will es auch gar nicht wissen. Sie will überhaupt nichts mehr mit dem Krieg, mit der Verfolgung und erst recht nichts mit diesem Land zu tun haben, dessen Sprache sie nicht einmal spricht. Sie möchte nach Hause. Nach Deutschland. Zu ihrem Freund Bruno. „Ich hol dich da raus“, steht in seiner letzten SMS.

 

 

 

 

Inszenierung Gerhard Roiß
Ausstattung Judith Kehrle
Musikalische Leitung und Komposition Susanne Kubelka
Produktionsleitung Sarah Youssef
Dramaturgie Kerstin Ortmeier
Mutterschiff der Harmonien Nicole Nagel
Assistenz Kristin Troisits
Mit Mirka Flögl, Susanne Kubelka, David N. Koch,  Christoph Wehr

 

 

S.Kubelka, C.Wehr M.Flögl C.Wehr, S.Kubelka, M.Flögl

 

      
Pressestimmen

         

"aKT-Inszenierung des Monats: Gerhard Roiß inszeniert im Theater im Bauturm Björn Bickers "Deportation Cast" über Roma, die aus Deutschland in den Kosovo abgeschoben werden - eine schier unglaubliche Geschichte und ein aufrüttelnder Abend."
Dina Netz, Akt

"...Die politische Haltung des Stückes ist eindeutig; das Leid jener Menschen, die an Paragraphen hängen, wird plastisch. Distanz, auch für eigene Gedanken, wird dadurch erzeugt, dass die Bühne durch Mittel wie Mikrofone oder Texteinblendungen explizit Theaterraum bleibt, und dass alle Darsteller drei Figuren zu spielen haben. Eindrucksvoll gleiten Mirka Flögl, David N. Koch, Susanne Kubelka und Christoph Wehr hin und her, sind dann aber mit großer Intensität ganz in der jeweiligen Rolle. Überhaupt legt Regisseur Gerhard Roiß Finger in Wunden, reizt emotionale Punkte. Die Klagelieder, die das "Abschiebungsensemble" anstimmt, der Einsatz von aufwühlender Musik (Komposition: Susanne Kubelka) zielen unbeirrt ins Epizentrum der Gefühle. Entziehen kann man sich kaum. Es ist das Verdienst dieser Inszenierung, dass sie einen mit Unwohlsein im Bauch entläßt und den Problemfall "Roma" nicht nur auf neutraler, intellektueller Ebene verhandelt."
Jessica Düster, Choices

"...Insgesamt wirkt die Aufführung außergewöhnlich intensiv und hautnah. Die Aufteilung der 12 Personen auf vier Darsteller (oft in minutiösem rhetorischem Wechsel), die nüchterne Ausstattung wie auch der verfremdende Einsatz von Musik wirkt Naturalismus entgegen, ohne einer Betroffenheit durch Realismus auszuweichen. Die kunstvoll strukturierende Regie von Gerhard Roiß wird wesentlich mitgetragen von den wirklich wundervollen Darstellern Mirka Flögl, Susanne Kubelka, David N. Koch und Christoph Wehr."
Christopher Zimmermann, Theater Pur

"..."Deportation Cast" ist intensiv gespielt und konfrontiert das Publikum mit der eigenen Verantwortlichkeit. Ein sehr sehenswertes Stück, basierend auf hiesigen Gesetzen. Wieviel Schuld tragen wir?"
Gina Niccolini, Stadtrevue




"...Ein bewußt politisches Signal senden wollte Regisseur Gerhard Roiß mit dem Stück, das sich mit den Ausweichmechanismen des Staates befasst und dabei neben den Perspektiven der direkt Betroffenen auch Beteiligte einbezieht. Das Ergebnis ist erschütternd."
Kölner Wochenspiegel

"...„Deportation Cast“ ist handfestes politisches Theater, aber ohne moralisch erhobenen Zeigefinger. Faktenreich, aufklärend, beklemmend, aber mit Überzeugung und Freude gespielt. Das Publikum brauchte kurze Zeit, um das alle zu verdauen – dann aber war der Premierenbeifall um so intensiver."
Jürgen Schön, Köln.de

"...Bickers Stück, das mit dem Jugendtheaterpreis 2012 ausgezeichnet wurde, ist in seiner geballten Dramatik natürlich eine Versuchsanordnung. Aber eine, die in jeder Minute unter die Haut geht- vor allem dank der vier großartigen Darsteller. Susanne Kubelka,Christoph Wehr, David N. Koch und Mirka Flögl spielen leidenschaftlich engagiert insgesamt zwölf Rollen. Unter der zupackenden Regie von Gerhard Roiß wechseln sie geschmeidig von den hoch emotionalen  Parts der Eltern und Kinder zu den versachlichenden der Amtspersonen, ohne dass Brüche in der Inszenierung entstehen. "Deportation Cast" klärt mit klug eingesetzten theatralen Mitteln auf, indem es statistische Zahlen ein Gesicht gibt. Dem kann sich kein Zuschauer entziehen."
Barbro Schuchardt, Kölner Rundschau

"... Roiß`Inszenierung kommt mit vier Darstellern aus, von denen jeder drei Rollen spielt. Trotz schneller, teilweise fast atemloser Perspekivenwechsel schafft das Ensemble es mit wenigen Mitteln, den Zuschauer immer mitzunehmen und so zu leiten, dass er zu keinem Zeitpunkt den Überblick verliert."
Kölner Illustrierte

"...Ihre eigene Handschrift erhält Gerhard Roiß`Inszenierung am Theater am Bauturm durch die starke Betonung emotionaler Aspekte. Das geschieht durch Klagelieder und aufwühlende Musikeinsätze, komponiert von Susanne Kubelka. Sie und Mirka Flögl, David N. Koch sowie Christoph Wehr packen durch rückhaltlos engagiertes Spiel. Ein bedrückender, nachdenklicher Theaterabend."
Jessica Düster, Kölner Stadtanzeiger

   

C.Wehr S.Kubelka M.Flögl, C.Wehr  

 

 

 

  


Wer nichts zu verbergen hat, der hat nichts zu befürchten
 
  
2011/12

Maß für Maß

Über die Unmöglichkeit des Herrschens
nach W. Shakespeare

Theaterverein Coop05  in Koproduktion mit dem Theater im Bauturm/Köln
Premiere 8.1.2011

C.Schulz-Keune, A.LehnertM.Löwenstein, J.Krummenacher
 
Es steht schlecht um die Moralvorstellungen der Gesellschaft. Der überforderte Herzog Vincentio, Herrscher dieser Welt, zieht sich aus dem tagespolitischen Geschehen zurück, und überlässt die Regierungsgeschäfte seinem Untergebenen Angelo, der den geschriebenen, aber sehr nachlässig exekutierten Gesetzen wieder Gewicht verleihen will. Angelo missbraucht seine machtpolitische Position und wird so zum Opfer seiner eigenen Forderung. Der Herzog aber, der vorgibt, verreist zu sein, zieht im Hintergrund die Fäden. Skrupellos bespitzelt, intrigiert, instrumentalisiert und überwacht er sein Volk, um sich so eine reglementierte und zwangsbeglückte Gesellschaft zu schaffen.

Shakespeares Stück haben wir vor dem Hintergrund von Sicherheit und Ordnung, Überwachung und Freiheit und dem Menschen als dem "perfekten Konsumenten und Bürger".

 

 

Inszenierung Gerhard Roiß

Bühne und Kostüme Judith Kerle

Videoinstallation André Lehnert

Assistenz Sarah Youssef

Mit Alexandra Lowygina,Bernhard Bauer, Johann Krummenacher,

André Lehnert, Maximilian Löwenstein, Claudio Schulz-Keune

 

 

 

 

 

Pressestimmen

 


Akt-Inszenierung des Monats. „Im Theater im Bauturm hat Regisseur Gerhard Roiß Regie geführt, in der Kölner freien Szene vor allem durch seine freie Gruppe coop05 und seine letzte, hervorragende Inszenierung „Solaris“ bekannt. Er hat das Stück von 1604 radikal auf ein heutiges Thema zurecht gebürstet: den Überwachungsstaat, dem wir uns alle so hübsch freiwillig unterwerfen….  „Maß für Maß“ ist in Wirklichkeit eben keine Komödie, sondern ein gruseliges Lehrstück über Machtmissbrauch. …Und doch gibt es viel zu sehen, zu denken und zu lachen an diesem vielschichtigen Abend.“
Dorothea Marcus, Akt


„…eine faszinierende Aufführung… Shakespeares Happy End verdämmert bei Roiss geschickt in einer  Masken-performance. Die Schausspieler leisten in Mehrfachrollen Großartiges.“
Rheinkultur


„Denn das Spiel der sechs Schauspieler ist hervorragend (auch das eine Leistung des Regisseurs).“           
Köln Nachrichten


„ Regisseur Gerhard Roiss konzipiert seine konsequente Neuinterpretation von Shakespeares dunkler Komödie „Maß für Maß“ als Portrait einer Gesellschaft, in der dem Individuum zunehmend die Privatsphäre abhanden kommt. Gut gelingt den Schauspielern der Spagat zwischen altem Text und neuen Überwachungsfantasien…“
J.Düster, Ksta

„Mit seiner ambitionierten Multi-Media-Inszenierung nach Shakespeares „Maß für Maß“ schafft Gerhard Roiß einen Kosmos, in dem Anarchie auf obrigkeitliche Kontrollsucht, Manipulation und Willkür trifft- wobei das eine vom anderen kaum mehr zu unterscheiden ist….So wirkt auch Roiß` kompromisslose Vision vom „gläsernen Menschen“ nie gewaltsam „aufgesetzt“. Shakespeare ist immer noch zu erkennen und wird nicht verraten, trotz modererner Textpassagen. Dabei kann er sich auf fünf wunderbare Schauspieler stützen… schöne Aussichten.“
B. Schuchardt, Kölner Rundschau


"...Shakespeares Maß für Maß, mit dem das Haus auch über die Domstadt hinaus für Aufmerksamkeit sorgte..."
Dietmar Zimmermann, Theater pur

 
Dabei läuft der Überwachungsstaat wie geschmiert: Monitore übertragen die Bilder einer Livekamera und zeigen ID-Nummern, Herrscherbilder, Fingerabdrücke (Video: André Lehnert). Nichts und niemand bleibt unbeobachtet in der schönen neuen Welt dieses Robespierre, der Wiener Schmäh zum Staatsterror umdeutet.
Hans-Christoph Zimmermann




 
  
 


M.LöwensteinC.Schulz-Keune, A.LowyginaEnsmeble

 

 



Wie war dein Antlitz vor der Geburt deiner Eltern?

 

 

2009

SOLARIS

Eine kosmische Groteske

 

von Stanislav Lem

Dramatisierte Fassung: Gerhard Roiß

 

Kulturverein Coop05    Internationale Koproduktion A/D  


D.KrieglR.Schwarzer, M.Fiaux, U.NillA.Lehnert

 

Im trüben Licht des zähflüssigen Ozeans landet eine kleine Raumkapsel.
Der Wissenschafter Kelvin ist von der Erde auf den Planeten Solaris geschickt worden und stößt auf Chaos und Auflösung. Die zwei Besatzungsmitglieder verhalten sich merkwürdig, in den kahlen Gängen tauchen Gestalten auf, die aus einem Traum zu stammen scheinen.
Kelvin begegnet seiner verstorbenen Frau. Realität oder Wahnvorstellung?

 

Anhand der Geschichte von drei Wissenschaftern, die auf Solaris mit den materialisierten Gestalten ihres Unbewußten, ihres Gewissens konfrontiert werden, stellen wir uns die Frage , was Menschsein letztlich ausmacht, welche Umstände der Mensch geschaffen hat , um die Substanz menschlichen Daseins zuährden und was heute für die Erhaltung der „Station Mensch“ im Universum sprechen kann.

 

S.Kubelka, G.Renner

 

 

Inszenierung: Gerhard Roiß

Choreografie: Paula Scherf

Bühne und Kostüme: Judith Kerle

Videokunst: André Lehnert

Produktionsleitung: Uwe John

Schauspiel: Susanne Kubelka, Dorothea Kriegl, Waldermar Hooge,  André Lehnert, Guido RennerPhilipp Sebastian

Tanz: Marie-Laure Fiaux, Dorothea Kriegl, Ursula Nill, Paula Scherf,  Romy Schwarzer,

 

 

G.RennerS.Kubelka, P.ScherfEnsemble

  

 

 Pressestimmen

 „Das Ensemble „Coop05“ liefert unter der Regie von Gerhard Roiss aus Spiel, Tanz und Bühne einen grandiosen, dichten Abend zur Absurdität des Seins. Unglaublich! Man muss es erleben.“

A. Hein, Kronen Zeitung

 

„Es gibt internationale Kunstinitiativen auf höchstem Niveau, von denen man kaum erfährt, da gut Ding eben Weile braucht und somit selten ist. Wenige Tage nach der erfolgreichen Premiere in Köln, wo Coop05 mit einem internationalen Ensemble arbeitet, landete „Solaris“, Lems geheimnisvoller Planet, … am Messeplatz in Klagenfurt.

Man muss es sehen. Festivalreif.“

Tanz.at

 

„Mit der Dramatisierung als „kosmische Groteske“ beweist der Theaterverein coop05 rund um Susanne Kubelka und Gerhard Roiss Mut und Einfallsreichtum: In einem wie von Geisterhand bewegten Bühnenbild tauchen die ganz großen Fragen auf: Wer bin ich? Was ist Wirklichkeit? Was ist Liebe? Die Inszenierung schöpft aus dem Vollen: mit Videoprojektionen, leitmotivisch eingesetzten Akkordeonklängen,  schwebenden Türen, die immer neue Räume eröffnen und fünf grandiosen Tänzerinnen, die als leibhaftige Gewissensqualen wie Untote auferstehen und vergehen.“

K. Petutschnig, Kleine Zeitung

 

„Die Gruppe Coop05 hat erkannt, dass dieser Roman nie aktueller war als in unserer Epoche der allumfassenden elektronischen Aufrüstung. Imponierend wirkt der Mut, mit dem sich Roiß und sein Ensemble an die Inszenierung des komplexen Stoffes begeben.“

Kölner Rundschau

 

 

Akt-inszenierung des Monats:“…Unterstützt durch eine suggestive Bühnenmusik (deren Urheber im Programmheft ungenannt bleibt) gelingt es dem Regisseur Gerhard Roiß, eine geheimnisvoll- unheimliche, von unbestimmter Spannung knisternde Atmosphäre zu schaffen…. Die Hauptdarsteller Guido Renner, Susanne Kubelka, Waldemar Hooge und Philipp Sebastian lassen sich ein auf die emotionalen und intellektuellen Grenzgänge der Figuren. Ein Ensemble, das sich durch seine homogene Professionalität abhebt von vielen Produktion der freien Szene.
So gelingt Coop05 der Beweis, dass es keinen großen technischen Aufwand braucht, um den Zuschauer in eine fremde Welt zu versetzen. Identifikationsstarke Darsteller, rätselhafte Bildzeichen und die bedrohliche Präsenz der schattenhaften Gestalten, die von mumienartg bandagierten und kreidig geschminkten Tänzerinnen verkörpert werden, schaffen eine alptraumhafte Stimmung in der Innenwelt und Außenwelt, Wahrnehmung und Halluzination nicht mehr von einander zu trennen sind. Und so gelingt der kühne Griff nach den Sternen, genauer gesagt dem verwunschenen Planeten „Solaris“.

 Ulrike Godorf- Akt

 

 

„Dazu bewegen sich erdfarben geschminkte Tänzerinnen wie personifizierte Gemütszustände über die Bühne, verbiegen und verzerren sich zu bildlichen Metaphern des Suchens und der Unsicherheit. Dass diese schwer greifbare Thematik stets stimmig bleibt, dass diese eigentlich düster-melancholische und mit 110 Minuten auch recht lange Inszenierung bis zuletzt die Spannung hält und dabei sogar witzig und poetisch wirkt, ist das Verdienst aller Beteiligten: Auf äußerst sensible Weise stellt Gerhard Roiß seine Darsteller immer wieder zu suggestiven, wie gemalt wirkenden Bildern zusammen und lässt sie eine Minute später körperintensive Sequenzen spielen, die beeindrucken und dabei ohne jede Effekthascherei auskommen. …Letztlich ist diese Inszenierung wie der Planet Solaris selbst – irritierend, faszinierend, eine Art Zauberberg, auf dem man vor allem sich selbst begegnet. Und das Beste ist immer das, was gerade passiert.“

Holger Möhlmann- Kultur extra

 


„Wo Effekte und Tricks, die der Fantasie der Literatur und dem Film zu Gebote stehen, ohnehin nur albern wirken würden, kann man die Unmöglichkeit einer naturalistischen Illusion gleich selbst thematisieren. So bei Regisseur Gerhard Roiß. Er setzt in seiner Interpretation von Stanislaw Lems Kultbuch „Solaris“ einfachste Mittel wirkungsvoll ein. Verschiebbare Türen markieren die von fremden Wesen bevölkerte Forschungsstation: Mal befindet sich hinter ihnen eine Kreatur, dann ist sie wie von Zauberhand verschwunden. So zeigt die Raumlösung an diesem Abend die Überforderung des Menschen angesichts der Resultate seines Forscherdrangs „

Kölner Stadtanzeiger



D.KrieglG.Renner, S.KubelkaG.Renner und Ensemble


 Nein, Freiheit wollte ich nicht. Nur einen Ausweg.
  
   
2008
Ein Bericht für eine Akademie
Eine theatrale Darbietung für ein Äffchen, eine Ballerina und eine ziemlich großen Fernseher
nach Franz Kafka

KulturvereinCoop05  in Koproduktion mit disdance project

Premiere: 16.4.2008/Köln
nominiert für den Kölner Theaterpreis 2008
eingeladen zur Art Fair/ Köln

B.Zeßner  ZivilisationsproblemeEin Affe wird aus seiner Horde herausgerissen, auf ein Schiff geschleppt und nach Europa gebracht, um dort an einen Zoo verkauft zu werden. Im engen Schiffskäfig auf Unterdeck wird ihm klar, dass Gefangenschaft den Tod für ihn bedeutet, dass aber eine Flucht unmöglich ist und ihn nur eines retten kann: sich anzupassen und einen Ausweg aus der Gefangenschaft zu finden: Er hört auf, Affe zu sein und eignet sich die Menschennatur an. Ausgestattet mit den durchschnittlichen Kenntnissen und Fertigkeiten eines Mitteleuropäers feiert er inzwischen große Erfolge im Varieté.

 

Die berühmte Erzählung „Ein Bericht für eine Akademie“ von Franz Kafka aus dem Jahr 1917 erhält eine zeitgemäße Form, indem wir schonungslos ein Bild der modernen Gesellschaft zeichnen und auf irrwitzige Art und Weise die Menschwerdung eines seiner Freiheit beraubten wilden Tieres beschreiben.

 

Eine „Humoreske zur Standortbestimmung des Menschen im Universum“:

Was macht den Menschen aus? Was bedeutet Freiheit?
Nach welchen Werten orientieren wir uns in einer Welt zunehmender wirtschaftlicher und kultureller Globalisierung, Ausbeutung und Zerstörung der Natur, Degradierung des Menschen zum Konsumenten und zur Ware, normierter Körperwelt durch globalisierte Schönheit und plastische Chirurgie, Biogenetik, Informations- und Medientechnik,….?

 

Kafkas Erzählung wird mit Texten zeitgenössischer Dichter verknüpft, wie z.B.

Michel Houellebecq, George Bush, und Rainald Götz,

sowie mit den „Neuen Daten und Fakten zur Lage der Welt“ aus dem Atlas der Globalisierung

 

 

Eines Tages wird das ungezügelte Feuer der Freiheit auch die dunkelsten Ecken unserer Welt erreichen“

George Bush, 20. Januar 2005

 

 

Regie/Bühne: Gerhard Roiß

Choreografie: Paula Scherf

Video: Andre Lehnert

Schauspiel: Bastian Zeßner

Tanz: Paula Scherf

Marketing: Dunja Weißenborn

 

B.Zeßner, P.ScherfP.ScherfB.Zeßner

 

 

 

DAS VERSCHWINDEN

Wir gehen durch die Stadt, wir begegnen Blicken

Und dies definiert unser menschliches Dasein;

In der tiefen Ruhe des Wochenends,

Gehen wir langsam nahe beim Bahnhof umher.

Unsere zu weite Kleidung birgt graues Fleisch

Das am Ende des Tages so gut wie regungslos ist;

Unsere winzige Seele, halb verurteilt,

zuckt in den Falten, dann hält sie still.

Wir haben existiert, so lautet unsere Legende;

Einige unserer Wünsche haben diese Stadt erbaut

Wir haben feindliche Mächte bekämpft,

Dann haben unsere abgemagerten Arme die Steuerung losgelassen

Und wir schwebten weit entfernt von allen Möglichkeiten;

Das Leben kühlte ab, dann verließ das Leben uns

Wir betrachten unsere halb ausgelöschten Körper,

In der Stille tauchen einige wahrnehmbare Daten.

M. Houellebecq


B.Zeßner, P.Scherf -  Fortschritt

 

  

 

 Pressestimmen

"In einer Gemeinschaftsarbeit der Gruppen disdanceproject und coop05 hat Regisseur Gerhard Roiss die 90jährige Parabel in eine mitreißende "theatrale Darbietung für ein Äffchen, eine Ballerina und einen ziemlich großen Fernseher" zerlegt...."
Barbro Schuchardt/Kölner Rundschau



"So zelebriert der Affe Rotpeter seine Menschwerdung vor dem Hintergrund einer globalisierten Welt, in der Medien und Krieg auch die szenische Realität unterwerfen: Die Jagdszenen aus der literarischen Vorlage werden in einer Projektion zu militärischen Luftangriffen. Im Tanz der Dresseurin (Paula Scherf) erleidet das Menschsein Brüche, die die Inszenierung versiert ausarbeitet."
D. Pavlova/Kölner Stadtrevue
"Kafkas Stück, das eigentlich als Studie über manisches Lernen gedeutet wurde, gerät hier zu einem kritischen Blick auf die moderne Gesellschaft. Das stimmungsvolle Miteinander von Video, Tanz, Musik und Schauspiel sorgen für eine dichte Atmosphäre, in der menschliches Versagen wie Krieg und die Kriegstreiber mitreißend angeprangert werden."
Kölner Illustrierte
 

P.Scherf B.Zeßner, P.ScherfB.Zeßner


Ein Dorf. Ein Deserteur. Seine Frau.

 

 

2006/08

Aug in Auge

Chronologie einer Entfremdung

Nach einer Erzählung von T. Aitmatov

 

Kulturverein Coop05,  internationale Koproduktion Österreich/Deutschland/Slowenien

 

 

Aug in Auge wurde in Köln mit Künstlern aus Österreich, Deutschland, dem Irak, der Schweiz und Spanien entwickelt und im November 2006 in der Kölner Christuskirche aufgeführt.

2007 wurde es in Kärnten an zwei Orten gespielt, die durch den 2. Weltkrieg eine herausragende symbolische Bedeutung bekommen haben:

Das Bergbaumuseum in Klagenfurt, ehemals Bunker der Gauleitung Kärnten und der

Persmanhof in Eisenkappel, ein Museum des antifaschistischen Widerstandes im Kärntner Grenzgebiet.

 

Die Produktion wurde ausgezeichnet mit einer Sonderprämiere des österreichischen Bundeskanzleramtes.

Und sie war eingeladen zum Europäischen Theaterfestival/Köln

 

A.Lehnert, O.Vollmann - Aufführung PersmannhofG.Roiss, S.Kubelka - Aufführung PersmannhofG.Renner, K. Schmölzer, A.Lehnert - Aufführung Persmannhof

   

 

Krieg. Ein kirgisisches Dorf: Sejde, eine junge Frau, lebt mit ihrem kleinen Sohn und

ihrer Schwiegermutter hier. Eines nachts klopft es an ihr Fenster: Ismail, ihr Mann ist da. Desertiert. Sejde versteckt ihn und bietet dem ganzen Dorf und den Polizeikommissaren die Stirn, kämpft gegen ihr moralisches Gewissen der gegenüber Gemeinschaft, teilt die spärlichen Lebensmittel und sorgt dafür, dass ihr Mann, den sie liebt, überlebt.

Doch etwas Fremdes taucht in Ismails Augen auf. Der Hunger, die Kälte und die

Würdelosigkeit seines Daseins nehmen mehr und mehr von der Person, die er einmal war.

Als Ismael durch den Raub einer Kuh den Nachbarskindern die Grundlage für ihr

Überleben nimmt, führt Sejde die Dorfgemeinschaft zum Versteck ihres Mannes.

 

 
Regie: Gerhard Roiß
Dramatisierung: Susanne Kubelka, Roland Bertschi, Gerhard Roiß
Bühne/Kostüme:Tanja Drinhausen, Gerhard Roiß
Musik: Suzanne Josek, Saad Thamir
Schauspiel: Daniela Bette/Katharina Schmölzer, Susanne Kubelka
 Michael Che Koch/ Olliver Vollmann,Andre Lehnert,Guido RennerJürgen Sihler/Gerhard Roiß, 
Produktionsleitung: Susanne Kubelka, Gustav Leipold
Regie- und Produktionsassistenz: Martin Obermayr
Graphik: Thomas Josek

Ensemble
 
      
Pressestimmen

 "Die theatralische Umsetzung von „coop05“ mit sechs ausgezeichneten Schauspielern und zwei Musikern überzeugt tief und schafft beklemmende Betroffenheit."

W. Rainer, Kleine Zeitung

 

"Anerkennung für dieses ambitionierte Projekt"

Kölner Rundschau

"So reines, ursprüngliches Theater wie von „coop05“ ist schon eine Qualität an sich….

Die meisterliche Inszenierung von Gerhard Roiss macht`s möglich. Er schafft mit einfachen Mitteln perfekte Stimmungs- und Szenenwechsel."

F. Stank, Kronen Zeitung


 

 

A.LehnertG.Roiss, S.Kubelka - Aufführung PersmannhofA.Lehnert  

 

 

 


Ungestillte Körper
      
 
2007

All you can eat

Eine Acid-House-Romanze
nach einer Erzählung von Irvine Welsh

 EnsembleA.LehnertEnsemble 
  
  
Die Geschichte erzählt sich in abwechselnden Episoden der beiden Figuren Lloyd und Heather. Lloyd ist ein Wochenendjunkie, lebt von Gelegenheitsarbeiten und Drogendeals. Heather ist bereits seit vier Jahren verheiratet, Büroangestellte. Ihr Mann Hugh ist Manager, Golfspieler, Dire-Straits-Liebhaber und ungeheuer schlecht im Bett. Bei einem Clubbesuch begegnen sich die beiden. Zwei suchende in einer Welt, die vorgibt Sehnsüchte zu erfüllen, und doch nur hungriger macht.
  
A.Lehnert
     
 
Regie, Bühne und Ausstattung: Gerhard Roiss
Choreografie: Paula Scherf
Licht: Andreas Beyelschmidt
Video: Andre Lehnert
Assistenz: Mirka Flögl
DJ: Björn Luithardt
Mit: C. Dorenkamp, V.Hübner, G.Schmidhauser, S.Verheyen, K.Herbertz, A.Lehnert, M.Moser, D.Radzuweit, C.Stumpe, B.Zeßner, J.Zollmann, 

   
S.Verheyen, B.ZeßnerEnsembleJ.Zollmann, B.Zeßner  

  
    
Biografische Landschaften III
 
WaldlichtWaldlichtWaldlicht
 

Mein Leben ist ein trunkenes Schiff.

Es spült mich in fantastische Landschaften, ständig bin ich auf der Flucht vor dem Banalen.

Ich ertrage es nicht, wenn kein Licht auf den Dingen liegt. Meine größte Angst ist, dass das Universum erlischt.
In etwa 4 Billionen Jahren. Am 22.Mai. 
Vor dieser
Kälte, vor dieser Finsternis habe ich Angst. Wenn eines Tages der letzte Stern verglüht.

 

  

 

WaldlichtWaldlichtWaldlicht